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Melisse J. Rose - Das Haus der verlorenen Düfte

Ein Buch aus einer Leserunde bei lovelybooks :

Jac und Robert L’Étoile gehören einer Familie von Parfümeuren an, die viele Jahre ein gutgehendes Gewerbe führten, doch nun steht Firma der Étoiles vor dem Bankrott. Während Jac es für die beste Lösung hält, die Formeln zweier bekannter Parfüms zu verkaufen, damit das Haus l'Étoile bestehenbleiben kann, hängt ihr Bruder ganz anderen Ideen nach: Er will herausfinden, wie man einen Duft kreieren kann, mit dem man Erinnerungen seiner früheren Leben wachrufen kann - ein Mythos, der schon einige Mitglieder der Familie nicht losgelassen hat. Unglücklicherweise sind aber auch andere daran interessiert...

Die Idee zu diesem Buch hat mich direkt angesprochen, nur merkte ich relativ schnell, dass sie nicht so gut umgesetzt wurde, wie man hätte meinen können. Zuerst einmal wurde das Buch auf dem Rückentext als Liebesgeschichte angepriesen, was es aber definitiv nicht ist. Dann ist da noch die Tatsache, dass es dem Buch schlichtweg an Spannung fehlt - sogar aus einer Kulisse, bei der man davon ausgehen würde, dass es unmöglich ist, zu langweilen, schafft die Autorin es kaum, Spannung hervorzuholen, sondern beschränkt sich lieber auf nebensächliche Geplänke zwischen ihren Charakteren. Apropos Charaktere: Selten sind mir in einem Buch (gut, in "Dornenkuss" war das Grauen noch eine ganze Ecke stärker) Charaktere begegnet, die nicht nur keine Sympathien bei mir hervorriefen, sondern schlichtweg pure Abneigung, da sie höchstens eine Gehirnzelle haben, dieauch nicht einmal richtig funktioniert. Vor allem Jac ist so ein Fall: Obwohl ihre Firma pleite ist, leistet sie sich Dinge wie einen Fahrer, denn es ist ja nicht zumutbar, selbst zu fahren und während ein anderer Charakter direkt neben ihr (!) niedergeschlagen wird, hockt sie auf dem Boden und schreit. Robert dagegen wird als hübscher, etwas femininer Mann beschrieben, was natürlich direkt heißt, dass er alle Geschlechter anziehend findet und der Kandidat des Jahres für Klischee-komm-raus ist. Ansonsten ist Geld hier ja eine tolle Sache. Wenn ich ein wichtiges Thema für dieses Buch wählen wollte, dann wäre es "Dekadenz". Hier hat man Fahrer, lebt über seine Verhältnisse, steigt in den besten Hotels ab und trinkt zum Frühstück Wein (und den Rest des Tages, zugegeben) - abgehobener geht es wohl nicht (was auch immer die Autorin mit diesem Quatsch bezwecken wollte). Aber vor allem Jac hat mich immer wieder geärgert, denn sie ist ein unheimlich schwacher, unlogisch agierender und dummer Charakter. Gut, wenn es das Ziel der Autorin war, dass man ihren Charakteren Schelchtes wünscht, dann hat sie es mit Bravour geschafft - Respekt!

Übrigens, die auf dem Buchrücken so angepriesene Liebesgeschichte (ja, es gibt sie wirklich, wenn auch nur am Rande) ist nicht übel - hätte man ihr ein paar Seiten mehr gegönnt, hätte ich sie sogar als ziemlich gelungen empfunden, während sie so, wie sie ist, leider zu kurz kommt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass andere Sachen statt dessen weniger Raum einnehmen (wie Jacs Psychoprobleme). Ansonsten ist die Idee zu diesem Buch immerhin originell und der Schreibstil ist angenehm lesbar.
Aufgrund all der Mängel, wie nicht vorhandener Spannung, wegen der ich das Buch sogar länger zur Seite gelegt habe, kann ich jedoch nur knappe 2,5 Punkte für einen guten Ansatz vergeben.

http://www.lovelybooks.de/leserunde/Das-Haus-der-verlorenen-D%C3%BCfte-Roman-von-M-J-Rose-961920300/?ov=aHR0cDovL3d3dy5sb3ZlbHlib29rcy5kZS8/c3VjaGU9ZCVDMyVCQ2Z0ZQ%3D%3D&liste=modern

30.9.12 23:09
 
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