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Claudia Rusch: Aufbau Ost

Ostalgie-Kitsch? Von wegen!

Claudia Rusch wurde 1971 geboren und verbrachte ganze achtzehn Jahre ihres Lebens als Bürgerin der DDR. Die Geschichte ihres Großvaters, zu DDR-Zeiten in einem Stasigefängnis verstorben, brachte sie schließlich dazu, sich historisch, aber vor allem literarisch wieder mit dem damaligen Leben auseinanderzusetzen. Nach dem daraus resultierenden Band "Meine freie deutsche Jugend" ist das hier ihr zweites Buch über "den“ Osten.


Zu jedem der ehemaligen DDR-Bezirke hat Rusch eine persönliche Geschichten zu erzählen: Wie sie im Russischunterricht Begriffe wie „erdölverarbeitender Betrieb“ (ein wahrer Zungenbrecher) lernen, mit ihrem Vater das ehemalige Grenzgebiet besucht, in dem er seinen Wehrdienst ableisten musste, wie sie urplötzlich im Städtchen Khala viele Jahre nach der Wende der DDR wiederzubegegnen meint und weshalb ein Besucher aus dem Westen meinte, er müsse das ostdeutsche Toilettenpapier gen Himmel loben, von ostdeutschen Ampelmännchen, Geschirr mit Blumen- und Zwiebelmuster und Plattenbausiedlungen.
Claudia Rusch hat hier einige, teilweise wirklich amüsante, aber vor allem informative Geschichten zusammengetragen, die sich wohltuend vom sonstigen DDR- und „Ostalgie“-Kitsch abheben – verbunden mit ihrem lockeren Schreibstil wirken ihre Erzählungen lebensnah und vor allem ehrlich, und Sie betrachtet ihr Leben in der DDR stets kritisch, sieht über die damals vorherrschenden Probleme nicht hinweg. Auch wenn es manche Leute gern behaupten wollen, war damals eben doch nicht „alles besser“, so ihre berechtigte Meinung.
Neben dem nicht zu verachtenden Unterhaltungswert dieses Buches leistet Rusch hiermit einen Beitrag zur sinnvollen Auseinandersetzung mit der DDR und vor allem zur besseren Verständigung zwischen „Ossis“ und „Wessis“, die eben doch gar nicht so verschieden sind.
Ein Buch voller, persönlicher Geschichten und trotz aller daraus resultierender Subjektivität fernab von jeglichem DDR-Kitsch. …und eine wirklich spannende Lektüre für alle geschichtlich Interessierten, die einen Blick hinter die Fassade werfen wollen. Aufgrund der geringen Seitenzahl ist es leider aber auch ein kurzweiliges Lesevernügen - sollte Claudia Rusch irgendwann einen weiteren Geschichtenband verfassen, wäre ich mit Sicherheit dabei.

1.3.09 00:07
 
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