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Zoran Drvenkar: Sorry

Ein Thriller, der unter die Haut geht...

Vier relativ erfolglose Berliner beschließen, gemeinsam eine Agentur zu gründen: Sie wollen Menschen im Namen derer, die ihnen Leid angetan haben, Entschuldigungen überbringen, ihre Auftraggeber somit von ihrer Schuld freisprechen und vor allem den "Opfern" Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Das klappt zuerst ganz gut: Man ist selbst überrascht, wie gut die neue Geschäftsidee einschlägt und schon bald haben die vier Freunde so viel Geld verdienen, dass sie zusammen in eine Villa einziehen können. Dann jedoch führt sie ein anscheinend ganz normaler Auftrag an den Tatort eines Mordes: Der Täter verlangt von ihnen, ich bei dem Opfer zu entschuldigen und natürlich auch, dass sie die Leiche loswerden. Unter Druck gesetzt fügen sie sich dem Wunsch des Täters, merken aber bald, dass diese Angelegenheit damit noch nicht erledigt ist... Was am Anfang des Buches sofort auffällt, ist die ungewöhnliche Erzählperspektive, die Drvenkar gewählt hat: Statt in der Ich-Perspektive oder der dritten Person zu schreiben, wird "Ich" kurzerhand "Du", woran ich mich erst einmal gewöhnen musste. Ich glaube, ich habe bisher nur ein anderes Buch gelesen, in dem ebenfalls diese Perspektive gewählt wurde und erinnere mich daran, dass die mir beim Lesen dieses Buches nicht besonders gefiel. In "Sorry" gewöhnt man sich aber sehr schnell daran und lernt sogar, die Perpektive als ungewöhnliches Stilmittel zu schätzen. So bleibt die Motivation des Killers stets undurchschaubar und mysteriös, ebenso wie er selbst. In einem Ratgeber zur Schriftstellerei las ich einmal, man solle sich bloß davor hüten, nach Abschluss eines Kapitels die Erzählperspektive zu wechseln. Drvenkar macht das sogar dreimal und ich finde, es stört überhaupt nicht. Außer der "Du"-Perspektive in den "Du"-Kapiteln befasst er sich auch noch mit der gewöhnlicheren Ich-Perspektive und lässt in den meisten Kapiteln einen auktorialen Erzähler in der dritten Person berichten. Ganz interessant ist es, dass dieser Erzähler diesmal den Leser selbst anspricht, mir jedenfalls gefiel es sehr, da es den Eindruck verstärkt, man wäre selbst mittendrin. Wer auch immer diesen Ratgeber zur Schriftstellerei geschrieben hat, hatte also offensichtlich keine Ahnung: In diesem Buch funktioniert der Perspektivenwechsel wunderbar und steigert sogar noch die Spannung. Apropos Spannung: Man muss sie wirklich nicht suchen. Obwohl "Sorry" nicht vor blutigen Details strotzt und meist auf intelligente Weise erzählt (keine unsinnigen Actionszenen, in denen man dem Täter nachsetzt und hinterher doch nichts erreicht), tragen die häufigen Wechsel der Erzählperspektive dazu bei, dass sie stets erhalten bleibt. Die Sicht durch die Augen des 'Killers' macht die Handlung oft noch mysteriöser und ständig werden neue Fragen aufgeworfen. Geklärt wird vieles erst sehr spät, sodass man quasi gezwungen ist, das Buch nicht aus der Hand zu legen und zuende zu lesen. Schwarzweiß-Malerei gibt es nicht und man lernt, die Motivation aller Charaktere zu verstehen. Die Handlung des Buches selbst ist originell genug um neben anderen Vertretern des Genres bestehen zu können und Drvenkar scheut selbst nicht davor zurück, einige selbst für einen Psychothriller heikle Themen aufzugreifen (welche es sind, sei an dieser Stelle aber nicht verraten, da sie ein wichtiger Schlüssel zur Handlung sind). "Sorry" ist eines dieser Bücher, die man kaum noch zur Seite legen kann oder möchte. Man muss sich sicher auch nicht dafür entschuldigen, wenn man es deshalb nicht macht und sich stattdessen die Nacht um die Ohren schlägt. Deine Zeit verdient etwas Besseres, als zum Schlafen verschwendet zu werden, einen ordentlichen Thriller wie diesen hier zum Beispiel.

28.2.09 23:44
 
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