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Charles Martin: Wohin der Fluss uns trägt

Den ganzen Weg ab Moniac...

Normalerweise werden die Titelillustrationen von Büchern ja nur ausreichend "gewürdigt", wenn sie richtig schlecht oder unpassend sind, aber heute möchte ich einmal mit dieser Tradition brechen: Wer auch immer das Titelbild für "Wohin der Fluss und trägt" ausgewählt hat, hat gute Arbeit geleistet, scheint sich wirklich mit dem Buch beschäftigt zu haben. Es ist wohl schon ein wenig her, dass ich ein Buch in der Hand hatte, dessen Titelillustration so schön ist und gleichzeitig die Atmosphäre des Buches perfekt einfängt. Toll.

Abbie und Chris sind seit vielen Jahren verheiratet und seitdem immer zusammen. Aber nun leidet Abbie an Krebs und es besteht keine Hoffnung auf Heilung mehr. Anstatt ihre letzten Tage ans Bett gefesselt in einem Hospiz zu verbringen, hat sie aber etwas ganz anderes vor: Sie möchte sich noch 10 Wünsche erfülle, die sie auf einer Liste niedergeschrieben hat und die so normale Sachen beinhalten wie "nackt baden" oder "mit einem alten Karussell fahren". Ihr größer Wunsch von der Liste: Sie möchte ab Moniac den ganzen St. Mary's River bis zum Meer entlangfahren.
Chris überlegt nicht lang, so hat er seiner Frau doch versprochen, ihr diese Wünsche zu erfüllen. Wenn da nur nicht Abbies Vater, Senator Coleman wäre, der alles daransetzt, Abbie wieder nach hause zu holen...

Parallel dazu wird noch eine andere Geschichte erzählt: Man erfährt, wie Abbie und Chris sich kennenlernten und niemand zunächst daran glaubte, dass diese ungleichen Leute ein paar werden könnten. Wie sie schließlich heimlich heirateten und ihr gemeinsames Glück von Abbie Erkrankung überschattet wurde, wie sie gemeinsam dagegen ankämpften.

Ungewöhnlich ist es, dass dieser Rückblick gut die Hälfte vom Buch einnimmt, denn die Kapitel der beiden Erzählstränge wechseln sich ausnahmslos nacheinander ab - Abbie und Chris' Kanufahrt wird immer wird durch Rückblicke unterbrochen. Ich halte dies für eine wirklich gute Art, eine Geschichte zu erzählen, denn so wird die Haupthandlung nicht zu schnell langweilig (letztendlich jagt sie nämlich nicht von einer actionreichen Szene zur anderen, was ja auch nicht passen würde) und man lernt beide Hauptcharaktere besser kennen, lernt, ihre Motivation zu verstehen und fiebert und leidet mit ihnen mit.
Teilweise etwas lang finde ich jedoch Martin Beschreibungen des Flusses und seines Umlands: Sie tragen zwar allerhand zur Atmosphäre bei und vor allem dazu, dass man sich die Landschaft gut vorstellen kann, nehmen in der Handlung aber doch etwas viel Platz ein. Im Gesamtbild stört es mich aber überhaupt nicht, denn sonst überzeugt Martins Buch wirklich: Seine Charaktere sind durchweg sympathisch, die Geschichte berührend, ohne kitschig zu sein und trotz des Themas schafft er es doch, das Buch zu einem immerhin zufriedenstellenden Ende zu führen. Was will man von solch einem Buch mehr?
Normalerweise bin ich kein Liebhaber solcher Bücher und finde Liebesgeschichten sowieso nicht besonders spannend. In diesem Fall schafft es aber sogar schon, die Leseprobe zum Buch, mich zu überzeugen und versprach letztendlich nicht zuviel: Ich habe von Anfang an mit den Helden des Buches mitgefiebert, die zudem noch wirklich überzeugend und sympathisch wirken, nicht so aufgesetzt, wie die Charaktere in manchen Büchern mit ähnlichem Thema.

"Wohin der Fluss uns trägt" ist ein lebensnahes, menschliches Buch, das sich nicht der Hoffnungslosigkeit hingibt und Mut macht. Mit Abbie hat Martin dafür die passende 'Heldin' geschaffen, die sich auch im Endstadium ihrer Krankheit Humor und Unternehmungslust bewahrt hat.
Neben diesen Dingen erzählt Charles Martin und aber auch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Personen aus unterschiedlichen sozialen Schichten.
Ein berührendes und gefühlvolles Buch, bei dessen Lektüre sicher kein Auge trocken bleibt.

4,5 von 5 Punkten

28.2.09 23:41
 
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