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Alois Prinz: Mehr als Du denkst

Interessante Einblicke

Alois Prinz stellt in diesem Buch 10 Menschen vor, deren Taten und Motive für den christlichen Glauben von Relevanz sind, die aber nicht immer gläubig waren: Manche von ihnen waren sogar überzeugte Atheisten, bis ein einschneidendes Erlebnis in ihrem Leben den Wendepunkt brachte, der u.a. mit "zweite Geburt" umschrieben wird.

Die "zweite Geburt" wäre dabei laut der Einleitung etwas so zu verstehen: Ein Ei fällt aus dem Nest - in vielen Fällen wird es wohl zu Boden fallen und das Küken normal laufen zu lernen. Im Falle der hier vorgestellten Menschen breche der Vogel die Schale während des Sturzes jedoch auf, lerne rechtzeitig zu fliegen und sehe die Welt so mit anderen Augen. Dieses Aufbrechen der Schale ist dabei das "zu Gott finden", das den Menschen anscheinend mehr Möglichkeiten und vor allem mehr Weitblick verschaffen soll, als Nichtgläubigen bzw. jenen, die ihren Weg noch finden müssen.

Im folgenden erfährt man einiges über die Lebenswege mehr oder weniger bekannter Personen: Jesus sollte wohl jedem ein Begriff sein (wobei der meiner Meinung nach nicht unbedingt hier hineingehört, zumindest, wenn Prinz sein Buch als ein wissenschaftliches Werk sehen würde) und Martin Luther ebenso. Die Namen Sölle und Weil sagten mir dagegen weniger.
Angefangen im Mittelalter bis hin zur Neuzeit erhält der Leser einen kurzen Überblick über das Leben dieser Personen, besonders viel Wert wird aber auf die Beschreibung gelegt, wie die jeweiligen Personen "zu Gott gefunden" haben; andere Informationen werden dagegen nur kurz angeschnitten oder gar nicht erwähnt. So erfährt man z.B. nur innerhalb eines kurzen Satzes von Luthers späteren Tätigkeiten als Kirchenreformator, während seine Jugend als nicht unbedingt gläubiger Student, der sich erst durch einen merkwürdigen Vorfall entschloss, Mönch zu werden, genauer beleuchtet wird.

Da die meisten Erzählungen nur gut 20 Seiten lang sind, bleibt natürlich auch kein Platz, um genauer auf die Personen einzugehen, also beschränkt Prinz sich auf das für ihn Wesentliche. So ist es kein Wunder, dass manche Kapitel etwas oberflächlich daherkommen und mit Sicherheit (im informativen Sinne) enttäuschen, wenn man sich bereits ausführlicher mit einer der Personen beschäftigt hat. Weiß man noch nicht viel über eine der vorgestellten Personen, reichen die Kapitel aber durchaus aus, um einen knappen und zudem unterhaltsamen Überblick zu bekommen. Langweilig wird das Buch aufgrund seiner Kürze nämlich wirklich nicht und ich hatte sogar meinen Spaß am Kapitel über Jesus, den ich eigentlich absolut uninteressant finde. Prinz verfasst seine Texte auch nicht in wissenschaftlicher Sprache, sondern bemüht sich, ein größeres Publikum anzusprechen: Vom Schreibstil her würde ich "Mehr als du denkst" sogar in die Kategorie der Jugendbücher einordnen: Etwas oberflächlich, einfache Sätze und hin und wieder ein Schuss Humor.

Und das ist ein negativer Punkt? Mitnichten, denn so macht das Lesen der Kapitel wirklich Spaß, informiert und unterhält zugleich - eine etwas andere "Märchen"stunde.

Während ich die Beschreibungen der Personen aus Mittelalter und früher Neuzeit sehr interessant fand, war mein Interesse an den Vertretern des 20. Jahrhunderts leider nicht so groß: Man trifft vor allem auf weltfremde Sonderlinge, deren Motivation zumindest ich nicht wirklich nachvollziehen konnte: Simone Weil, die anscheinend ihr Leben lang Unruhe stiftete, hungerte sich aus Solidarität zu ihren unterdrückten Mitbürgern zu Tode. Na ja. Ob das nun irgendeinen Wert für den christlichen Glauben oder die Einsatzbereitschaft für andere hat? Die vorher vorgestellten Personen schienen dagegen noch einigermaßen viel bewirkt zu haben und einiges hat die Kirche immerhin bis heute geprägt. Schade, dass Alois Prinz sich nicht weiter mit interessanten Personen aus Mittelalter und früher Neuzeit beschäftigt hat, das wäre wohl interessanter gewesen.

Dieses Buch ist jedenfalls eine interessante Gelegenheit, etwas über das Leben einiger Menschen zu erfahren, mit denen man sich bisher noch nicht eingehend beschäftigt hat - und das in kurzer, informativer Form, die nicht langweilt und evtl. zur weiteren Beschäftigung mit den jeweiligen Personen verleitet. Teilweise etwas oberflächlich, aber durchaus interessant - auch für Atheisten.

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Die vorgestellten Personen:
Aurelius Augustinus, Franz von Assisi, Teresa von Avila, Martin Luther, Jesus von Nazareth, Blaise Pascal, Dorothee Sölle, Edith Stein, Elisabeth von Thüringen und Simone Weil

28.2.09 23:39
 
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