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Mireille Zindel: Irrgast

 

 

“Irrgast“ ist vor allem ein in der Vogelkunde verwendeter Begriff und bezeichnet Vögel, die fernab ihrer eigentlichen Zugstrecken oder Brutgebieten entdeckt werden, wohin sie z.B. durch einen Sturm verschlagen wurden.
Auch die Protagonistin Eli könnte man als Irrgast bezeichnen, denn seit sie mit angesehen hat, wie ihr Freund Elias auf offener Strasse ermordet wurde (und dabei wollte sie ihn selbst umbringen!), leidet sie an Amnesie und fühlt sich der Gesellschaft anderer zunehmend entfremdet. Bis sie Anna trifft, in deren Gegenwart allein sie Elias vergessen kann...

Mireille Zindels Erstling zeichnet sich vor allem durch eine sehr gute Sprache aus. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive und für mich ungewohnterweise im Präsens; die einzelnen „Kapitel“ sind kurz, manchmal trivial oder merkwürdig, aber so wird dem Leser sofort klar, wie verwirrt die Protagonistin zuweilen ist.
Verwirrt ist manchmal aber auch der Leser selbst; vor allem das Ende der Erzählung lässt nämlich viel Spielraum für Interpretationen und war für mich aufgrund des unklaren Ausgangs nicht ganz zufriedenstellend - schade.

Ansonsten überzeugt das Buch aber durch eine authentisch wirkende Charakterisierung einer Frau, die versucht, ihr Trauma aufzuarbeiten und dabei nicht recht vorankommt. Aber natürlich gehört dieser Verarbeitungsprozess ebenso wie Elis Beziehung zu Elias mit zur Geschichte und sorgt im Laufe der Handlung für einige überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. So etwas sorgt für Spaß am Lesen und lässt die Geschichte nicht langweilig werden (die ohnehin nur etwa 130 Seiten umfasst, sich also auf das Wesentliche beschränkt).
Für wirklich gelungen halte ich außerdem Zindlers "Irrgast"-Metapher, die immer wieder im Buch auftaucht.

Für die Krimi-Leser unter uns jedoch eine Warnung: Es handelt sich bei diesem Buch nicht um einen Krimi, denn der „Fall Elias“ spielt nur eine untergeordnete Rolle. Paranoia, psychische Verwirrung und die merkwürdige Freundschaft zwischen zwei Frauen dafür umso mehr – und zumindest für mich war das eine interessante – und empfehlenswerte - Mischung.

12.12.08 22:55
 
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