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Pierre Bottero: Meister der Stürme

Die "Guten", die "Bösen" und die Liebe...
 
Nathan und Shaé sind die Nachfahren von sieben Familien, die alle, unterschiedliche, übersinnliche Fähigkeiten ihr Eigen nennen. Im Vorgängerband zu "Miester der Stürme" wurden sie zum ersten Mal mit einem Wesen, das man den "Anderen" nennt, konfrontiert und schafften es, einen der drei Teile, aus denen es besteht - Jaalab, die Kraft, zu vernichten.
Nun sitzen die beiden im Haus im Irgendwo fest und versuchen, von dort zu entkommen, denn nachdem sie den ersten Gegner besiegt haben, wartet schon der nächste auf sie: Onjü, das Herz des anderen, der die Welt unterdessen mit Stürmen und Seuchen überzieht.

Die Welt, die Bottero beschreibt, mutet ein wenig an, wie in einem Science-Fiction-Roman: Paris wird von Schneemassen bedeckt und auf der Insel Réunion versuchen die Leute in ihrem Wahnsinn, sich gegenseitig umzubringen.

Natürlich ist es nun Aufgabe Nathans und Shaés, der jugendlichen und unsterblich ineinander verliebten Helden, sich des "Bösen" anzunehmen und die Welt wieder in Ordnung zu bringen.
Wir haben also zwei Helden, die als einzige dazu in der Lage sind, die Geschehnisse um sie herum aufzuhalten, einen "Bösen", dessen alleiniges Ziel es ist, die Welt zu vernichten und zwischendurch noch eine Liebesgeschichte mit ein bisschen Herzschmerz, die sich zwischen den Protagonisten abspielt. So gesehen sind das die perfekten Zutaten für einen Jugendroman.
Dass es sich bei diesem Buch um einen Jugendroman handelt, merkt man leider relativ schnell: Die Helden sind zu perfekt, befreien sich aus jeder noch so verzweifelten Situation - ihnen gelingt einfach alles. Schlimmste Wunden machen ihnen nichts aus oder heilen nach kurzer Zeit wieder und um ein wenig Moral in die Geschichte hineinzubringen, hat Nathan natürlich auch große Probleme damit, anderen Menschen Schaden zuzufügen (wozu er im Laufe der Geschichte nun einmal gezwungen ist) oder sich aus einer entvölkerten Stadt Nahrung mitzunehmen, ohne dafür zu bezahlen.
Lediglich in der Liebe hat der Gute ein paar Probleme: Seine Freundin Shaé erträgt es nämlich nicht, von ihm berührt zu werden, was ihm ganz schön zu schaffen macht (wieso das so ist, wird leider nicht erklärt).
Onjü dagegen wird nicht großartig beschrieben, einmal abgesehen vom üblichen "Mein Hobby: Die Welt zerstören (*diabolisches Lachen einfügen*). ...und natürlich hat er den nahezu perfekten Helden und der Kraft ihrer Liebe nicht das Geringste entgegenzusetzen, wie so oft.

Für meinen Geschmack war ist das doch ein wenig zuviel Schwarzweiß-Malerei, als dass die Geschichte realistisch oder überzeugend wirken könnte. Es handelt sich eben um das typische Strickmuster eines Jugendromans für jüngere Leser, die abends ohne Albträume zu Bett gehen können, zufrieden damit, dass das "Gute" natürlich immer siegt, nach dem üblichen Strickmuster "junge und perfekte Helden gegen den verschlagenen und ultrabösen Buhmann".
Mir hätte es da doch besser gefallen, wenn man den Helden auch ein paar menschliche Schwächen zugestanden hätte, denn so ist der Fortgang der Handlung stellenweise sehr vorhersehbar: Man weiß, auch wenn Nathan gefangen genommen wird, wird ihm nichts geschehen, denn einer seiner Freunde wird ihn im letzten Augenblick retten (austauschbares Beispiel ohne direkten Bezug auf die Handlung, das Muster ist wiedererkennbar).
Das ist schon schade, ein bisschen mehr Dynamik, überzeugendere (=menschlichere) Protagonisten und Antagonisten (=Bösewicht mit Hintergrund, der eben nicht ausschließlich "böse" ist) hätten der Handlung ungleich mehr Spannung und vor allem Unvorhersehbarkeit verleihen können. So blieb vieles leider sehr glatt und oberflächlich.

Das heißt jedoch nicht, dass ich an dem Buch keinen Spaß hatte. Gut, der Anfang (etwa ab Seite 40) war mir ein wenig zu wild, weil nur noch ein Ereignis auf das andere folgte, aber der Rest des Buches ist einigermaßen spannend, aber vor allem sehr actionreich. Auch Botteros Ideen, die zu einer leichten Endzeit-Stimmung führen, sind recht originell, vor allem das Haus im Irgendwo hat mich sehr interessiert. Ob man im Folgeband vielleicht noch etwas dazu erfährt?
Die Vorgeschichte zu diesem Buch werde ich wahrscheinlich noch lesen, denn in Botteros Reihe steckt so gesehen viel Potential (das leider nicht ganz ausgeschöpft wurde). In diesem Buch wurde ja schon mehrmals angedeutet, was vor den Ereignissen mit Onjü passierte und was es sicher wert, ist, ebenfalls gelesen zu werden. Kurzweilige, aber für diese kurze Dauer doch unterhaltsame Lektüre, wenn auch nicht besonders tiefsinnig.

Worüber ich mich beim Lesen etwas gewundert habe:
Wieso muss das Ende so unendlich kitschig sein? Wieso ziehen sich die Charaktere an Dingen hoch, auf die sie schon lange eine Antwort bekommen haben (Thema: "Wieso ist Emiliano blind?" ). Besonders letzteres schien mir irgendwie nicht besonders durchdacht zu sein...

Ich habe knapp zwei Tage mit Pausen gebraucht, um das Buch durchzulesen. In dieser kurzen Zeit hat sich in Botteros Welt einiges getan und zumindest soviel, um mich angemessen zu unterhalten. "Meister der Stürme" ist zwar ein Buch mit einigen Schwächen, das eher für jüngere Semester geschrieben wurde, aber gemessen an seinem Umfang doch ein unterhaltsames (und kurzweiliges) Lesevergnügen.

12.12.08 22:34
 
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