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John le Carré - Marionetten

Geheimdienstler, Terroristen und andere Gestalten
 
Issa, ein Tschetschene, der illegal nach Deutschland eingereist ist und von der Polizei in mehreren Ländern gesucht wird, bittet die Familie Oktay um Hilfe und lebt fortan als Gast in ihrem Haus. Da man ihm erzählte, ein Bankier namens Brue könne ihm helfen, wendet er sich an die Anwältin Annabel Richter, die mit ihm Kontakt aufnimmt und herausfindet, dass dieser eine beträchtliche Summe Geld für Issa verwaltet.
Unterdessen blieb Issas Aufenthalt in Hamburg aber nicht unbemerkt: Bachmann vom deutschen Geheimdienst spürt Issa nach, da er ihn benutzen will, um einen Verbrecher ganz anderen Kalibers dingfest zu machen...
Wem darf man nun trauen und wer wird von wem manipuliert?
John le Carré spricht mit seinem Buch ein wirklich aktuelles Thema an, nämlich die Zeit nach den Anschlägen vom 11. September 2001 - die Geheimdienste sind misstrauisch, und besonders beobachtet man Leute muslimischen Glaubens - sie könnten ja einem terroristischen Netzwerk angehören. Denn fest steht ja leider eines: Mehrere der Attentäter des 11.9. haben in Hamburg gelebt und wurden dort ausgebildet.
Der Autor schafft es, dieses Misstrauen auf ansprechende Weise in Worte zu fassen und vor allem ein realistisches Bild dieses Dilemmas zu zeichnen: Die von ihm erdachte Geschichte wirkt so, als könne sie auch in Wirklichkeit passieren oder schon passiert sein. Auf actionreiche Szenen usw. verzichtet Le Carré dabei zum Glück komplett, was alles sehr authentisch wirken lässt.
Auch seine Charaktere sind eher normal - ein ältlicher Bankier, der Probleme mit seiner Familie ein, eine rebellische Anwältin, sowie auch die türkischen Einwanderer, die unbedingt die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben wollen. Das führt auch dazu, dass nicht alle automatisch sympathisch wirken, sondern dazu neigen, den Leser oftmals zu nerven: Issas muslimische Eigenarten fand ich z.B. sehr befremdlich und sein Verhalten gegenüber Annabel nicht unbedingt angebracht.
Anfangs war ich ja ein wenig enttäuscht über den Bruch, der nach dem ersten Kapitel vollzogen wird: Melik und Leyla verschwinden aus dem Blickfeld und andere, wichtigere Charaktere nehmen deren Platz ein. Ich hatte dabei eher vermutet, dass die Oktays auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen würden und das Buch ähnlich wie im ersten Kapitel weitergeht.
Letztendlich stellte sich das aber als nicht schlimm heraus, denn auch die anderen Erzählstränge sind spannend, besonders, nachdem sie zu einem einzigen zusammengeführt worden sind. Kurz vor dem Schluss wurde das Buch leider ein wenig zäh und ich behaupte sogar zu sagen, dass man sich manche Kapitel hätte sparen oder zumindest kürzen können. Das Ende entschädigt aber für alles, denn ein solches hätte ich überhaupt nicht erwartet.
Le Carrés Schreibstil gefällt mir übrigens sehr gut, mit seinem manchmal leicht ironischen Unterton. Besonders Bachmanns "Reden" wissen dadurch besonders zu gefallen und werden etwas aufgelockert.
Dieses Buch zu lesen war wirklich eine interessante, neue Erfahrung.
21.11.08 20:51
 
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